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Level 6· Lektion 8 von 8

Capstone. Veroeffentliche Deinen ersten MCP-Server

Bau einen kleinen MCP-Server der ein echtes Problem aus Deinem Leben löst und mach ihn für andere installierbar.

Level 6 hat Dich beigebracht wie ein MCP-Server gebaut, deployed, distribuiert und mit OAuth abgesichert wird. Plus wie Multi-Agent-Setups das Ganze orchestrieren. Jetzt baust Du Deinen eigenen Server, machst ihn installierbar für andere und schreibst eine Mini-Doku dazu.

Wer das Capstone fertig hat, ist offiziell auf Operator-Level Sechs angekommen: Du baust Tools die andere benutzen können, nicht nur Tools die Du selber benutzt.

Die Aufgabe

Such Dir einen kleinen, eindeutigen Use-Case aus Deinem eigenen Leben oder Beruf. Beispiele die genug klein sind:

  • Ein MCP-Server der Wikipedia in Deiner Sprache abfragt und sauber formatiert zurueckgibt.
  • Ein MCP-Server der Wetter-Daten holt und auf eine bestimmte Region zugeschnitten antwortet.
  • Ein MCP-Server der Deine Notizen aus Obsidian, Notion oder einem Markdown-Ordner durchsucht.
  • Ein MCP-Server der eine spezifische API anbindet die Du beruflich brauchst (Bookwize, Cal.com, ein Branchen-Tool).
  • Ein MCP-Server der einen wiederkehrenden Workflow kapselt (z.B. "neuen Lead in CRM anlegen plus Bestaetigungs-Mail").

Wichtig: nicht zu groß. Drei bis fünf Tools sind genug. Wenn Du fuenfzehn Tools planst, hast Du das Capstone zu groß gemacht und wirst frustriert abbrechen.

Pflicht-Komponenten

Mindestens drei Tools. Jedes mit klarer Beschreibung, getypter Parameter-Definition (Zod oder JSON Schema) und sinnvollem Output.

Validation und Error-Handling. Tools müssen sauber abbrechen wenn die Parameter nicht passen, statt mit cryptischen Stack-Traces zu sterben.

Rate-Limiting. Wenn Dein Server eine externe API ruft, muss er Quoten respektieren. Das hier ist eine harte Regel, nicht "nice to have".

Health-Endpoint wenn Du HTTP-Transport baust, oder ein klar dokumentierter --version-Output beim stdio-Mode.

README. Drei Sektionen: Was tut der Server, Install in 30 Sekunden, Beispiel-Prompts.

Tests. Mindestens drei Vitest-Tests pro Tool. Happy Path, Edge Case, Error Case. Wenn Du keine Tests schreibst, hast Du das Capstone nicht bestanden, egal wie schön der Code ist.

Distribution

Such Dir eine der drei Distributions-Optionen:

  • npm publish als stdio-Server. Simpelster Pfad, jeder kann ihn mit npx -y dein-server einbinden.
  • MCPize Cloud Run als HTTP-Transport mit Bearer-Auth. Wenn Du SaaS-Erfahrung sammeln willst.
  • Eigener Docker-Container auf einem Server (z.B. Hetzner). Wenn Du volle Kontrolle willst und keine externen Plattformen.

Veroeffentlich es. Wirklich. Make it real. Selbst wenn Du nur Du selbst der erste User bist.

Der Output

Ein Repo (oeffentlich auf GitHub oder, wenn der Use-Case privat ist, in Deinem Studio Account).

Mindestens einen erfolgreichen Install-Test von einer anderen Maschine als der wo Du entwickelt hast. Wenn Du den Server nur lokal startest und dann sagst "fertig", hast Du Distribution nicht verstanden.

Eine Mini-Demo (Screen-Recording oder Screenshots) wo Du in Claude Code, Claude Desktop oder Cursor das Tool benutzt und die Antwort kommt.

Ein kurzer Reddit- oder LinkedIn-Post (300 bis 500 Worte) der erklärt: warum hast Du den Server gebaut, wie funktioniert er aus User-Sicht, wo war der schwierigste Teil. Du musst ihn nicht publishen, aber Du sollst ihn schreiben, weil Schreiben dazu zwingt das was Du gebaut hast aus User-Sicht zu erklären.

Bewertungs-Kriterien für Dich selbst

  • Funktioniert die Installation auf einer neuen Maschine ohne dass Du Hilfestellung gibst?
  • Sind die Tool-Beschreibungen so klar dass Claude oder ein anderer Agent das richtige Tool für den richtigen Job auswählt, ohne dass Du im Prompt nachhelfen musst?
  • Sind Deine Tests echte Tests oder hast Du nur expect(true).toBe(true) geschrieben?
  • Hast Du die Distribution wirklich durchgezogen oder ist der Code "gleich fertig zu publishen"? Letzteres zählt nicht.

Was Du danach hast

Du hast einen oeffentlichen MCP-Server in Deinem Namen, ein Repo das Du in Bewerbungen verlinken kannst, einen Post den Du in Communities teilen kannst, und ein Stück Software das Du selber benutzt. Vier Beweise auf einmal dass Du auf Operator-Level Sechs angekommen bist.

Wenn Du den Server in der Arena registrieren willst (Du erinnerst Dich an die Arena aus Level 5 und 6), kannst Du jetzt Bots bauen die genau Deinen Server nutzen und damit eigene Workflows abbilden. Das ist die nächste Stufe, kein Capstone-Pflicht-Teil.

Was als Nächstes kommt

Es gibt kein Level 7. Wenn Du Level 6 abschliesst, bist Du an einem Punkt wo Du selbst entscheidest was als nächstes kommt: Dein eigenes SaaS rund um Deinen MCP-Server, eine Spezialisierung in eine Branche, eine eigene Multi-Agent-Plattform für einen konkreten Markt, oder einfach besser werden in dem was Du jetzt schon machst. Die Akademie hört hier auf, weil ab hier ist das Feld zu groß für einen Kurs.

Was Du tun kannst: in der Arena weiterkaempfen mit eigenen Bots, eigene Playbooks schreiben (auch für die Akademie selbst), und in der Discord-Community von dem berichten was Du baust. Die Operator-Identity wird hier kein Endzustand mehr, sondern ein Habit.

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